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Österreichische Selbsthilfegruppe COPD, Lungenfibrose und Langzeit-Sauerstoff-Therapie

26.06.2011

Gehgeschwindigkeit dient als Maß für COPD-Schweregrad

Die beste Vorhersage, wie schwer Patienten an der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) erkrankt sind, ist ihre Gehgeschwindigkeit. Das berichteten niederländische Forscher auf der Jahrestagung der US-Lungenmediziner (http://www.thoracic.org)[englisch] in Denver.

Der so genannte Sechs-Minuten-Gehtest, der in der Lungenheilkunde (Pneumologie) weit verbreitet ist, verrate mehr über den Stand der im Volksmund auch als Raucherlunge bezeichneten COPD-Erkrankung als die Einsekundenkapazität (FEV1). Dabei führten die Forscher auch konkrete Grenzwerte auf, die bei sechs Minuten schnellem Gehen eine hohe Aussagekraft besitzen sollen.

„Ob man als COPD-Patient noch laufen kann, hängt stark vom Schweregrad der Erkrankung ab“, erklärt Jens Lingemann, Leiter der Selbsthilfegruppe COPD-Lungenemphysem (Deutschland). Während bei einer COPD mit dem Schweregrad I kaum und im Stadium II nur selten Atemnot auftritt, ist diese im Stadium III schon bei leichten Steigungen, schnellem Gehen oder Treppensteigen deutlich spürbar.

Im letzten Endstadium IV der COPD sind viele der Betroffenen schließlich rund um die Uhr auf eine Langzeit-Sauerstofftherapie angewiesen. „Atemnot wird dann ständiger Begleiter, oftmals schon im Ruhezustand, während das Gehen nur mehr mit Rollatoren und anderen Hilfsmitteln möglich ist“, erläutert Lingemann. Patienten mit wenig Wissen über ihre schwere chronische Erkrankung entwickeln bei Atemnot häufig Panikattacken. Dagegen können das Einholen ausreichender Information wie auch die Akzeptanz der eigenen Erkrankung helfen, so Lingemann, der selbst an COPD erkrankt ist.

Die Studienautoren testeten COPD-Patienten mit unterschiedlichem Erkrankungsgrad in einem Zeitraum von drei Jahren jährlich mit dem Sechs-Minuten-Gehtest. Die Testaufgabe besteht darin, in sechs Minuten auf einem Rundkurs eine möglichst weite Strecke zurückzulegen, wobei jeder Patient das Tempo oder Pausen selbst vorgibt. Um zu messen, wie der Körper Sport und Körperbewegung toleriert, überprüfen Ärzte dabei Werte wie Sauerstoffsättigung, Puls, Blutdruck oder Blutgas.

Von den 2.100 beobachteten COPD-Patienten starben im Verlauf der drei Jahre 200, und 650 mussten aufgrund einer Verschlimmerung ihrer Erkrankung (Exazerbation) mindestens einmal in eine Klinik eingewiesen werden. Wer als COPD-Patient nur 357 Meter in sechs Minuten schafft, hat den Forschern zufolge ein erhöhtes Risiko einer Spitalseinweisung. Wer in sechs Minuten nur 334 Meter oder weniger zurücklegt, habe ein höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Gesunde kommen je nach Training, Gewicht, Alter und Geschlecht in derselben Zeit auf 700 bis 800 Meter, gut Trainierte auf einen Kilometer und darüber.
(Quelle: "Lungenärzte im Netz")

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