15. Dezember 2018 Suche:
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Österreichische Selbsthilfegruppe COPD, Lungenfibrose und Langzeit-Sauerstoff-Therapie

Reisen mit dem Flugzeug

Unbekanntes verursacht bei manchen Menschen Angst. Flugreisen z.B. zu Sauerstoffreichen Mittelmeerstränden (durch hohen Partialdruck auf Meereshöhe) werden oft aus diesem Grund nicht unternommen. Daher werden Sie im ersten Teil über die herrschenden Bedingungen im Flugzeug informiert und im zweiten Teil über die verschiedenen Lösungen für uns als COPD Patienten.

TEIL 1: KABINENBEDINGUNGEN

Wie sind die Kabinenbedingungen im Flugzeug - während des Fluges?
Verkehrsflugzeuge fliegen meist in Höhen zwischen 10 und 11 km. Um Lebensbedingungen in diesen Höhen zu schaffen, wird ein Kabinendruck aufgebaut. Damit erreicht man Verhältnisse, die einer Höhe von ca. 2400 m entsprechen. Etwa die Höhe vom Zehnerkar (Obertauern). Das Luftvolumen beträgt ca. das 1,5-fache, die Luftfeuchtigkeit ist auf weniger als 10 % reduziert.

Wie sieht die Luftqualität an Bord aus?
Sauerstoff (02):
Unter Reiseflugbedingungen ist die Sauerstoffsättigung des Blutes um etwa 5 % herabgesetzt und sinkt daher bei gesunden Personen von 98% auf 93%. Gesunde Passagiere bemerken die geringere Sauerstoffsättigung des Blutes nicht.
Reisende mit chronischen Lungenkrankheiten benötigen unter Umständen zusätzliche Sauerstoffzufuhr. Ein COPD Patient welcher unter den Bedingungen an seinem Wohnort 93% Sättigung aufweist, wird daher unter die kritische Grenze von 90% fallen.

Kohlendioxid (CO2):
C02 entsteht als Endprodukt des menschlichen Stoffwechsels und wird von den Passagieren in die Kabine ausgeatmet. Hohe C02Konzentrationen können zu leichten Schwindelzuständen und Benommenheit führen. Die hohe Luftaustauschrate im Flugzeug sorgt dafür, dass die behördlich vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden.

Ozon:
Die Schleimhaut reizende Wirkung des Ozons über 70° nördlicher Breite verhindern in modernen Langstreckenflugzeugen eingebaute Ozon-Konverter.

Biologische Luftbestandteile:
Luftfilter eliminieren weitestgehend Bakterien, Viren und Pilzsporen. Etwa alle 5 Minuten wird die Kabinenluft ausgetauscht. Zusätzlich werden die Luftfilter in gewissen Zeitabständen erneuert. Daher sind im Verhältnis zu den Passagier-Zahlen (1,5 Mrd. Menschen pro Jahr) Infektübertragungen äußerst selten.

Luftfeuchte:
Die geringe Luftfeuchtigkeit an Bord kann Reizungen im Bereich der Augen und der Schleimhäute der oberen Atemwege zur Folge haben. Unter Langstrecken-Flugbedingungen können Feuchtigkeitswerte von 10 % unterschritten werden, da die Außenluft, die zur Luftaufbereitung herangezogen wird, nahezu trocken ist. Dieser Umstand lässt sich durch reichliche Flüssigkeitsaufnahme durch stilles Wasser, Tee, Fruchtsäfte u.a.m. ausgleichen.

TEIL 2: LÖSUNGEN

Das wichtigste ist der zusätzliche Sauerstoff. Wie Sie den Sauerstoff erhalten, bestimmt die jeweilige Fluggesellschaft. Die Bedingungen sind unterschiedlich.
Übliche Gemeinsamkeiten der Fluggesellschaften.
· Keine tragbaren Geräte mit flüssigen Sauerstoff
· Ein Arzt muss die Flugtauglichkeit bestätigen
· Den Bedarf rechtzeitig am Besten bei der Buchung anmelden

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung
A - Reiner Sauerstoff in Druckflaschen
B - Sauerstoffkonzentratoren

Besprechen Sie den Bedarf unbedingt mit Ihrem Arzt !!!


Zu A, Sauerstoff in Druckflaschen

Verwendet werden meistens 2l Flaschen mit reinen Sauerstoff unter Druck mit
200 bar. Sie haben dann 400 Liter reinen Sauerstoff zur Verfügung. Wenn Sie also z.B. 1l/min entnehmen reicht das f. eine Flugzeit v. ca. 6 Stunden.

Zu B, Sauerstoffkonzentratoren

Sauerstoffkonzentratoren entnehmen die Luft aus der Umgebung und reichern Sie zu 90% an. In Flughöhe ist die Umgebungsluft bereits „dünner“. Rechnen Sie diese Verminderung mit ein. ( siehe LINK Höhenluft )

DIE FLUGESELLSCHAFTEN UNTERSCHEIDEN

1.) standby Betrieb: Sie benötigen den zusätzlichen Sauerstoff nur in Flughöhe und die entnommene Menge entsprechend Ihrem Befinden.
2.) continuous: ständige Versorgung für die Dauer des Fluges bis zur Parkposition nach der Landung. Am Boden müssen Sie sich selber versorgen.
3.) Mitnahme eigener Geräte: Fragen Sie bei der Fluggesellschaft an, ob Ihr
gewünschtes Gerät zugelassen ist.
4.) Bordeigene Sauerstoffflaschen: werden gegen Gebühren von einigen Airlines Standby oder Contiuous zur Verfügung gestellt.

Was sollen Sie wählen ? Das ist Ihnen überlassen !
· Wenn Sie eine bestimmte Fluglinie bevorzugen, dann müssen Sie auch die Bedingungen dieser Gesellschaft akzeptieren.
· Bevorzugen Sie ein bestimmtes Gerät, dann suchen Sie sich die Fluggesellschaft, welches die Mitnahme dieses Gerätes gestattet.
· Haben Sie keine eigenen Geräte, dann suchen Sie eine Gesellschaft welche
Ihnen Geräte oder Sauerstoff zur Verfügung stellt.

Der Autor Helmut SCHNATTINGER ist seit 11 Jahren COPD Patient. Der Artikel ist ein Auszug aus seinen gesammelten Unterlagen aus dem Internet und eigenen Erfahrungen aus diesen Jahren. Er nennt absichtlich keine Firmenbezeichnungen um keine einseitige Werbung zu machen. Er ist weder Airliner oder Mediziner will jedoch den Menschen mit Atemnot mit Infos helfen, trotz dieser Behinderung Flugreisen ins Auge zu fassen.

Die einzigen Empfehlungen des Autors:
Nehmen Sie Ihren eigenen Pulsoxymeter zur Kontrolle Ihrer Sauerstoffsättigung auf Ihre Flugreise mit. Machen Sie sich vor dem Abflug mit den Geräten vertraut und testen Sie sich selbst auf Österreichs Bergen.


LINKS:

Sauerstoff:http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerstoff

Weitere links suchen Sie auf den Internetseiten der Fluggesellschaften, Ihres Sauerstoff Versorgers oder geben Sie in wikipedia, google oder anderen Suchmaschinen den gewünschten Begriff ein.

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